Weiße Weihnacht: Tipps für sichere Autofahrten mit Kindern

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Weiße Weihnacht: Tipps für sichere Autofahrten mit Kindern 

Urlaubsreisen mit Kindern, dazu gibt’s unzählige Ratgeber. Sie alle beschäftigen sich jedoch in der Regel mit Fahrten im Sommer. Dabei können solche Road-Trips bei verschneiten Straßen und winterlichen Temperaturen deutlich anspruchsvoller werden – wenn man sich nicht richtig verhält.

Bald ist es wieder soweit: Mit den Kleinen in den Skiurlaub nach Österreich oder über die Weihnachtsfeiertage zu den Großeltern quer durch die Republik. Und dann geht’s wieder los: Schneematsch, Nebel, Stau. Dem einen ist zu kalt, der andere bekommt von der Heizungsluft im Auto Aua-Nase. Soll Papa die Kids wegen der frostigen Temperaturen wie die Mumien einpacken oder lieber Bewegungsfreiheit lassen? Und ist es der Fahrer-Konzentration wirklich zuträglich, wenn im Radio andauernd die Kinder-Playlist rauf und runter dudelt? Gerade im Winter gibt’s bei Autoreisen viele potenzielle Krisenherde – und auf den folgenden Zeilen lest Ihr, wie Ihr sie beseitigen könnt.

Reisevorbereitungen fürs Auto

Gepäck in den Kofferraum, den Kindesitz auf die Rückbank geschnallt, auf geht’s – so zumindest stellen sich viele den Beginn eines Wintertrips vor. Doch wer die Sache so angeht, begibt sich, um bei der Thematik zu bleiben, auf Glatteis und legt die Basis dafür, dass es unterwegs stressig, wenn nicht gar gefährlich werden kann. Denn zu jeder längeren Winterreise gehört erstmal ein detaillierter Checkup, wie er beispielhaft auf Ergodirekt erläutert ist. Diese sichernden Maßnahmen kann man mit etwas Geschick selbst übernehmen, oder alternativ der Werkstatt überlassen. Zu den Kernpunkten gehören dabei:

- Winterreifen Aufziehen. In Deutschland sind diese Gummis zwar nur bei Schnee und Eis vorgeschrieben, aber schon bei +10°C werden Sommerreifen so hart, dass sie kaum noch Grip bieten.

- Der Zustand der Reifen spielt natürlich auch eine Rolle deshalb müsst Ihr auch auf die Profiltiefe achten – empfohlen sind  4 mm, gesetzlich vorgeschrieben ein Mindestprofil von 1,6 mm.

- Starterkabel an einem gut erreichbaren Ort (bspw. unterm Beifahrersitz) ins Auto legen, denn bei Frost offenbart sich meist eine lange unbemerkt altersschwache Batterie durch große Leere.

- Ein echtes Problem sind Autotüren, die sich nicht mehr öffnen lassen weil die Türgummis festgefroren sind – verhindern könnt Ihr das durch die Pflege der Türgummis mit speziellen Pflegemitteln oder durch Auftragen von Silikon, Glycerin oder Talkum.

- Türschloss-Enteiser kaufen – aber bloß nicht ins Auto legen, da bringt er im Zweifelsfall nichts. Besser in Mamas Handtasche packen.

- Den Scheiben-Wischwassertank mit einer großen Spritze leeren und mit wintertauglichem Reinigungskonzentrat füllen. Danach die Pumpe aktivieren, damit das frostsichere Mittel auch in den Leitungen steckt.

- Sofern es ins Gebirge geht, Schneeketten ebenfalls gut erreichbar deponieren. Wenn Ihr sie noch nie aufgezogen habt, übt es bitte zuhause zweimal – am Fuß einer vereisten Bergstraße ist nämlich der falsche Zeitpunkt, um sowas zu erlernen

Windschutzscheibe im Winter vom Eis befreien

Wenn Ihr jetzt noch die Scheiben von innen und außen gut reinigt (bitte nur bei Plusgraden, sonst können sie reißen) und zwei dicke Kuscheldecken einpackt, ist das Auto vorbereitet. Doch da geht noch mehr: Eiskratzer und weicher Handfeger sollten sowieso im Kofferraum liegen. Doch die muss man auch richtig benutzen. Nur „Gucklöcher“ in der Frontscheibe bringen nichts. Ein Auto schneefrei zu machen, bedeutet, dass alle Scheiben, Rückspiegel, Scheinwerfer und das Dach frei sind – Schnee auf letzterem ist durch den Fahrtwind andernfalls nämlich nicht nur eine Belästigung für eure Hintermänner, sondern kann bei Bremsungen auch auf die Frontscheibe rutschen und wird dann zur schweren Unfallgefahr.

Für die Sicherheit

Apropos Unfallgefahr: Gerade, weil es im Winter so früh dunkel wird, können dann Pannen, die im Sommer höchstens nervig sind, ebenfalls zum echten Problemfaktor werden. Sorgt deshalb bitte dafür, dass für jeden Fahrgast, auch die Kids, eine Warnweste an Bord ist – und zwar nicht im Koffer-, sondern Innenraum. Und wenn an Papas Schlüsselbund eine kleine aber leistungsstarke LED-Taschenlampe hängt, kann man damit den nachfolgenden Verkehr warnen oder auf sich aufmerksam machen.

Und auch wenn viele Winterurlaubs-Utensilien verstaut werden wollen, gehört es zum kleinen Einmaleins des Auto-Beladens, dass man nie höher als Oberkante-Rücksitz lädt. Zum einen, damit die Koffer beim Bremsen nicht nach vorn rutschen und zum anderen, damit man freie Sicht nach hinten hat.

Letzte Vorbereitungen

Morgendämmerung, Atemwolken, das Gepäck ist schon im Auto. Mama und Papa haben einen starken Kaffee im Bauch. Jetzt noch die Kids und es kann losgehen. Stopp, checkt bitte vorher noch folgende Punkte, denn die können über Wohl und Wehe des Trips in Sachen Nerven entscheiden:

- Spielzeug so deponieren, dass der Beifahrer es den Kids geben kann, aber nicht so, dass die Rückbank zur chaotischen Spielecke wird

- Die Kids nicht in mehrere Kleidungsschichten packen (und euch selbst auch nicht). Je mehr Kleidung man trägt, desto weniger wirksam sind die Sicherheitsgurte.

- Auch wenn es nicht sonderlich umweltschonend ist: Das Auto zehn Minuten lang warmlaufenlassen. Dann liefert die Heizung beim Losfahren bereits Wärme und es vergehen keine „Bibber-Minuten“. Aber unterwegs die Heizung nicht auf „tropisch“ laufen lassen. Das trocknet die Luft aus und macht müde. Wenn den Kids kalt ist, lieber zur Kuscheldecke greifen.

- Alles, was unterwegs für den Fahrer oder die Kids nötig sein könnte, sollte strategisch um den Beifahrersitz herum positioniert werden. Dazu gehört die Butterbrotdose ebenso wie Spielzeug, Sonnenbrille oder Getränke.

- Eine Thermoskanne mit einfacher Suppe ohne festen Inhalt (etwa Tomate oder Champignoncreme) füllen. Bringt Wärme von innen ohne negative Koffein-Effekte.

Alles klar? Dann die Kids anschnallen und den Fahrer noch eine Handvoll schneller „Hampelmänner“ machen lassen – das bringt seinen Kreislauf in Schwung und erhöht gerade auf den trägen ersten Kilometern die Reaktionsschnelligkeit. Der Urlaubstrip beginnt.

On the road again

Auto Kindersitz im WinterDie ersten hundert Kilometer habt Ihr hinter euch und mit etwas Glück haben die Kids sie schlafend verbracht. Doch wenn sie wachwerden, ist es Zeit, dass der Beifahrer sich ans „Unterhaltungswerk“ macht. Viele Eltern drücken einfach die Lieblings-CD ihres Nachwuchses in den Player und lassen sie laufen. Das sollte man jedoch nur tun, wenn auch beide Eltern echte Fans der darauf zu hörenden Interpreten sind – denn „nervige“ Musik kann die Konzentration des Fahrers stark reduzieren. Wenn Kindermusik, sollten die Kids diese wohl doch eher per Kopfhörer konsumieren.

Doch warum nicht mal anders? Schließlich gibt es spannende Kinderbücher, die man unterwegs auch vorlesen kann. Vielleicht hat Mama sogar eine so schöne Vorlesestimme, dass sie das Buch vorher am PC „einspricht“ und die Kinder es als Hörbuch vom mp3-Player genießen können.

Klar könnte man die Kids auch mit tragbaren DVD-Playern oder Tablet-Spielen zufriedenstellen. Doch genau so kann man die winterliche Fahrt auch als Anlass nehmen, mal wieder in die Klassikerkiste der Reisespiele einzutauchen. Wie wäre es beispielsweise mit:

Kennzeichen-Bingo: Mit Zettel und Stift schreiben die Kids sich für einen bestimmten Zeitraum die Kreis-Kennungen (bspw. K – Köln) aller Autos auf, die sie sehen und behalten diese für sich. Dann sagt der Beifahrer alle Kennzeichen an, die er sieht – hat ein Kind eines davon, darf es dieses aus seiner Liste streichen.

Banana-Boat: Alle Auto-Insassen halten Ausschau nach gelben Fahrzeugen aller Art. Wer als erster ein solches sieht, ruft laut „Banana Boat“. Führt der Beifahrer eine Strichliste, kann man dieses Spiel bis ans Urlaubsende ausdehnen.

Auto-Bingo. Funktioniert am besten abseits der Autobahn. Die Kinder notieren sich Dinge, die sie in den kommenden zehn Minuten sehen könnten (Straßenlaterne, Hund etc.) und sobald man etwas von der Liste wirklich sieht, darf es weggestrichen werden.

Die Unterhaltung sollte jedoch nicht daran rütteln, dass man mit Kindern alle zwei Stunden Rast einlegt. Nicht nur für den Toilettengang, sondern vor allem, um dem kindlichen Bewegungsdrang gerecht zu werden. Gut verpackt solltet Ihr die Kids ruhig etwas toben lassen, umso entspannter sind sie auf der nächsten Etappe. Auch Ihr als Eltern solltet euch ein klein wenig Bewegung gönnen, um die Muskeln aufzuwecken und zu verhindern, dass Ihr durch das monotone Geradeaus-Fahren müde werdet. Und nicht nur für das Aufmerksamkeitslevel ist es gut, sich bei jeder dieser Pausen am Steuer abzuwechseln – auch wenn Papa lieber den harten, alleine-fahrenden Landstraßen-Kapitän markieren will.

 

 

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